Volker Heissmann und Martin Rassau

Heissmann&Rassau

Unternehmer aus Leidenschaft

Wenn Martin Rassau erzählt, sprudelt aus jedem Wort pure Leidenschaft. Gemeinsam mit seinem Freund Volker Heißmann ist er schon während der Schulzeit als Kabarettist aufgetreten. Letztendlich hat sich aus dieser Verbindung eine fast 30-jährige Erfolgsgeschichte entwickelt. Das Duo – die meisten kennen es durch das fränkische Damenpaar Waltraud und Mariechen – hat neben dem rein Künstlerischen noch etwas Anderes erschaffen: die Comödie Fürth, ein florierendes Unternehmen mit 43 Festangestellten Mitarbeitern.

„Zusammengenommen nehmen wir jährlich rund dreihundert Termine wahr. Wir sind gemeinsam und getrennt unterwegs“, erzählt der 52-jährige Rassau. Dabei verbirgt er den fränkischen Dialekt natürlich nicht. Derlei Sprachfärbung vermittelt Heimat und Kultur Diese tiefen Wurzeln stellen einen Teil des Erfolges dar. Waltraud und Mariechen, die berühmtesten Figuren des Duos, kennen die meisten Kabarettfreunde. Heißmann und Rassau leben aber von ihrer Vielfältigkeit. Einem bunten Strauß guter Unterhaltung, dessen Samen vor vielen Jahren gesät wurde.

DIE MACHT DES ZUFALLS

DIE MACHT DES ZUFALLS

Das Herz fürs Unternehmertum wuchs in den Volker Heißmann und Martin Rassau in jungen Jahren. Schon zur Schulzeit probierten sie sich auf den Brettern, die ihre Welt werden sollten, aus. Danach stellte der Zufall entscheidende Weichen. Zunächst erschufen sich die beiden Freuden eine kleine Bühne in Nürnberg: „Damals haben wir auch schon Geld in die Hand genommen, um verschiedene Dinge für den Raum zu kaufen. Der war klein. Es passten etwa 20 bis 30 Leute rein.“ Ihre praktische und künstlerische Tatkraft begeisterte. Der Erfolg nahm Konturen an. Kurz nach den Kommunalwahlen 1998 bot ihnen der neue Oberbürgermeister das Traditionshaus „Berolzheimeranum“ an: „Wir packten an, kauften es und investierten kräftig. Es entstand eine Bühne mit vierhundert Sitzplätzen und angeschlossener Gastronomie“, berichtet Rassau. Was vor mehr als 20 Jahren begann, gibt heute 43 Festangestellten einen sicheren Job.

DAS ETWAS ANDERE ZEIGEN

DAS ETWAS ANDERE ZEIGEN

Die Theater-Unternehmer lockten seither viele zehntausende Gäste an. Aktuell werden diese gerade mit dem bekannten Stück „Die Lustige Witwe“ erfreut. Die Basis entstammt den 60er-Jahren und wurde mit einem neuen dramaturgischen Spannungsbogen versehen. Da im Stammhaus kein Platz für ein großes Orchester ist, spielten die Nürnberger Philharmoniker das Notenwerk extra ein. Ein köpfiges Ensemble setzt die lustige Witwe auf der Bühne um und geht im nächsten Jahr auf Tournee. Die Träger des Bayerischen Dialektpreises haben zudem eine Ur-Münchner Idee geklaut und augenzwinkernd ins Fränkische übersetzt. So wurde aus den „Opern auf Bayrisch“ die „Opern auf Fränkisch“. Volker Heißmann und Martin Rassaus Schaffenskraft begeistert auch Starkoch Alexander Herrmann, der in seinem Stammhaus mit dem Duo kooperiert. Außerdem sind die beiden Franken gute Sänger, was sie immer wieder beeindruckend unter Beweis stellen.

Das Gespräch führte Uli Kaiser im November 2019 im Auftrag des KULTUR+KONGRESS FORUM ALTÖTTING.