Eine goldene Stele auf dem Friedensweg der Franz Xaver Gruber Gemeinschaft zeigt den Text zum Thema Afrika.

Franz Xaver Gruberweg

Gedanken an einem magischen Ort  

Eine goldene Stele auf dem Friedensweg der Franz Xaver Gruber Gemeinschaft zeigt den Text zum Thema Winter.

"Friedensweg"

Franz Xaver Gruber Gemeinschaft

Das Heimathaus der Franz Xaver Gruber Gemeinschaft bei Nacht.

Franz Xaver Gruber Gemeinschaft

Gedanken an einen magischen Ort

Gedanken an einen magischen Ort

Ich stehe auf dem Plateau neben der Pfarrkirche in Hochburg/Ach. Der Blick schweift und verharrt im Tal am Rande des Weilhartsforst. Dort, in Unterwaitzberg 9, erblickte der Schöpfer der berühmtesten Friedensmelodie das Licht der Welt. Jeder kennt „Stille Nacht, Heilige Nacht“. Der Text, erschaffen von Hilfspfarrer Josef Mohr, ist so bewegend wie simpel und in mittlerweile über 300 Sprachen übersetzt.

Emotionale Basis dieses Erfolges ist die Melodie, die Franz Xaver Gruber, 1816 zu Papier brachte. Mich überkommt stets eine Gänsehaut, wenn die Stille der Heiligen Nacht langsam Einzug hält, sich die Ruhe über die Straßen der Stadt legt und ganz besonders, wenn viele Menschen diese Melodie gemeinsam summen.

An dieser Stelle richtet sich mein Blick auf das Gedächtnishaus, das der Ausgangs- und Endpunkt des Friedensweges ist. Dort, in dem Holzhaus knistert im Winter das Holzfeuer. Doch diese Romantik spürten die Menschen zu Grubers Zeit nur selten. Vor allem der kleine Franz Xaver nicht. Sein Herz trieb ihn dazu, heimlich das Orgelspiel zu erlernen.

Die strenge Hand seines Vaters bekam der Bursche zu spüren, weil er nicht parierte. Sollte er doch, seinem Erzeuger folgend, Leinweber werden. Franz Xavers tiefster Wunsch erfüllte sich dennoch und somit blieb der Nachwelt ein Werk, das zahlreiche Generationen berührte, erhalten.

 

Die besondere Wirkung

Ich gehe den Friedensweg gerne entlang. Goldene Engelsflügel umspannen pro Station jeweils eine Strophe des Weihnachtsliedes. Viele wissen gar nicht, dass der „Evergreen“ aus sechs Strophen besteht. Das, was die Mitglieder der Gruber-Gemeinschaft mittels des rund eine Stunde dauernden Rundweges erschaffen haben, ist für die Ewigkeit. Die Idee spaltete erst die Gemeinde, ehe der Friedensgedanke den Ort auf besondere Weise wieder zusammenführte. Das Ensemble an den jeweiligen Stationen verbindet viele spannende Aspekte. Hier erfahre ich, wie das Leben zur damaligen Zeit auf den einzelnen Kontinenten ablief. Und gelegentlich frage ich mich: Waren die zu großen Teilen armen Menschen unter Umständen gelegentlich glücklicher als dies viele in der Hektik des Alltags heute sind?

 

Eine Frage, auf die es keine Antwort gibt. Keine Frage hingegen ist, dass die wunderbaren Gedanken zum Thema Frieden, die mir bei allen Stationen entgegenleuchten, zum Nachdenken anregen, weil sie – so kurz sie auch sind – doch sehr in die Tiefe gehen und mich berühren. Es gibt nicht Wenige, denen ein Besuch des Friedensweges einen neuen Blick auf ihr Leben öffnet. Das erzählen mir die Ideengeber der Gruber-Gemeinschaft immer wieder, wenn ich mit ihnen rede. Schöner kann die Arbeit dieser Menschen nicht gewürdigt werden.

Das Gespräch führte Uli Kaiser im November 2017 im Auftrag des KULTUR+KONGRESS FORUM ALTÖTTING.

Franz Xaver Gruberweg "Friedensweg"

Franz-Xaver-Gruber-Strasse 7
A-5122 Ach
+43 664 4166 702

http://www.fxgruber.at/f-x-gruber-weg.html
Das Heimathaus der Franz Xaver Gruber Gemeinschaft bei Nacht.
Der Innenraum im Heimathaus der Franz Xaver Gruber Gemeinschaft.
Der Innenraum im Heimathaus der Franz Xaver Gruber Gemeinschaft.
Eine goldene Stele auf dem Friedensweg der Franz Xaver Gruber Gemeinschaft zeigt den Text zum Thema Afrika.
Eine goldene Stele auf dem Friedensweg der Franz Xaver Gruber Gemeinschaft zeigt den Text zum Thema Europa.
Eine goldene Stele auf dem Friedensweg der Franz Xaver Gruber Gemeinschaft zeigt den Text zum Thema Winter.